Islamisches Zentrum Hamburg
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Nachrichten Code : 86555
Datum der Veröffentlichung : 11/3/2015 7:13:03 PM
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Stellungnahme des Leiters der Islamisch-Europäischen Union der Schia-Gelehrten und Theologen hinsichtlich des Todesurteils für Ayatollah Muhammad Baqir al-Nimr

Vom Sacharow-Preis für einen Blogger zur Ignoranz gegenüber dem Todesurteil für einen Freiheitsliebenden
Ist es gerecht, dass jemand als Verteidiger der Redefreiheit den Sacharow-Preis erhält, wohingegen jener religiöse Gelehrte, der mit seinen einleuchtenden Worten seiner religiösen Verpflichtung nachgegangen ist und die Menschen rechtleiten wollte, zum Tode verurteilt wird?

Der Freitagsimam Hamburgs und Präsident der Islamisch-Europäischen Union der Schia-Gelehrten und Theologen verurteilte in seiner Freitagspredigt vom 30. Oktober 2015 das unmenschliche Urteil des Saudi-Regimes gegen den islamischen Gelehrten Ayatollah Muhammad Baqir al-Nimr und die dahingehende Verstummung der globalen Massenmedien. Ayatollah Ramezani, der seine Freitagspredigten den Menschenrechten widmet, veröffentlichte folgende Stellungnahme:

Leider wird der Mensch heutzutage immer häufiger Zeuge dessen, dass die Angelegenheiten in der Welt auf den Kopf gestellt werden. Vor einiger Zeit wurde in Saudi-Arabien ein Blogger namens Raif Badawi, der in seinen Artikeln über die Trennung von Religion und Politik gesprochen hat, aufgrund des Straftatbestands der Schmähung von religiösen Heiligkeiten verhaftet, für schuldig befunden und zu zehn Jahren Haft verurteilt. Kurz darauf wurde diese Person als Menschenrechtsaktivist und Vorkämpfer der Meinungs- und Redefreiheit vom europäischen Parlament als Gewinner des Sacharow-Preises gewürdigt. Der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, forderte in seiner Rede zur Vorstellung des diesjährigen Gewinners vom König Saudi-Arabiens die schnellstmögliche Freilassung dieses inhaftierten Bloggers.

Auf der anderen Seite wird dort ein religiöser Gelehrter, der entsprechend seiner religiösen Verantwortung gehandelt und von eben jenem Recht auf Meinungsfreiheit Gebrauch gemacht und sich für die Menschenrechte eingesetzt hat, nach seiner Inhaftierung zum Tode verurteilt. Interessant ist auch, dass die globalen Massenmedien und diejenigen, die vorgeben für die Menschenrechte einzustehen, hinsichtlich dieses Urteils vollkommen verstummt sind und nicht einmal die Stellungnahmen der großen islamischen Persönlichkeiten zur Verteidigung dieses tapferen Gelehrten widerspiegeln. Ayatollah Muhammad Bagir al-Nimr, der zu den großen und herausragenden islamischen Gelehrten zählt, befindet sich heute leider in schlechtestem Zustand in Haft. Ein Gelehrter, dessen Sorgen die Religion und Rechtleitung der Menschen sowie der Widerstand gegen die Unterdrückung und Ausbeutung sind, wird derart gepeinigt. Die Verantwortlichen Saudi-Arabiens sollten wissen, dass die Umsetzung dieses Urteils gewiss zu schwerwiegenden Konsequenzen für diejenigen führen wird, die derart ungerechte Urteile fällen und umsetzen und dass die Freiheitsliebenden dieser Welt nicht still sein werden.


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