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Redner: Ayatollah Dr. Reza Ramezani

Die Stellung der Überzeugung im Glauben an den Heiligen Qur’an

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.
Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.
 
Der Glaube an den Heiligen Qur’an gehört zu den wichtigsten Glaubensprinzipien des Islam, denn nach dem Glauben an Gott bildet der Glaube an den Qur’an und mit ihm an alle himmlischen Schriften im allgemeinen, den ersten Schritt zum Aufbau und zur Entwicklung des Glaubens. In den himmlischen Schriften ist die Anleitung zum menschlichen Leben enthalten, welche Gott Seinen Propheten (a.s.) zur Verfügung gestellt hat, damit sie es als Lebensprogramm für die Menschen benutzen. Jede dieser Schriften entsprach jedoch dem jeweiligen Zeitalter, in dem sie offenbart wurde, und der Qur’an, der aus der Sicht der Muslime dem letzten Propheten (s.a.s.) offenbart wurde, enthält die allgemeingültigste und vollkommenste Anleitung zum menschlichen Leben. Sie kann die verschiedensten wahren Bedürfnisse der Menschen von der Zeit ihrer Offenbarung bis zum Tag der Wiederauferstehung erfüllen. Aus diesem Grund hat der Glaube an den Qur’an aus der Sicht der Muslime eine besondere Bedeutung, und jede andere Art der Überzeugung basiert auf diesem Glauben; die Muslime müssen ihre Überzeugungen und die Antworten auf ihre Fragen diesem himmlischen Buch entnehmen, dessen Herabsendung durch die Quelle der Offenbarung mit Gewissheit gewährleistet ist, so dass es zweifelsohne niemals abgeändert wurde. Dieses himmlische Buch belegt das Prophetentum des erhabenen Propheten (s.a.s.), bestätigt alle himmlischen Bücher und Propheten (a.s.) vor ihm, und jeder, der es herausfordert, wird gewiss besiegt werden.
 
Der Glaube an den Heiligen Qur’an kann der Schlüssel zu allen Überzeugungen der Menschheit bis zum Tage der Auferstehung sein. So bestand der Prophet (s.a.s.) auf seinem Glauben an den Qur’an, und im Qur’an wird der aus tiefstem Herzen kommende Glaube an dieses Buch als die größte göttliche Gabe an den Propheten (s.a.s.) angesehen:
 
„Und Du hattest selbst keine Hoffnung, dass Dir das Buch offenbart würde; allein es ist eine Barmherzigkeit von Deinem Herrn; darum sei den Ungläubigen nie ein Beistand.“[1]
 
Zweifelsohne verweisen alle diese Betonungen und Empfehlungen Gottes an den Propheten (s.a.s.) auf die Bedeutung und die Stellung der Überzeugung im Glaube an den Qur’an. Der Glaube an den Qur’an ist in Wirklichkeit der Glaube an den „Weg Gottes“. Gott legt in der Sure „an-NisÁ’ - die Frauen“ zunächst die Philosophie der Botschaft der Propheten bezüglich ihrer Nachrichten und Warnungen an die Menschheit dar und gibt wieder, wie er selbst und die Engel die Offenbarung des Qur’an bezeugen. Anschließend sagt er über diejenigen, die selbst nicht nur nicht an den Qur’an glauben wollten, sondern auch andere daran hinderten: „die aber ungläubig sind und abwendig machen von Gottes Weg“ und dass sie „weit in die Irre gegangen“ sind. Daraus kann man entnehmen dass das Gegenteil dazu besagt, dass der Glaube an den Qur’an der Glaube an den Weg Gottes ist:
 
„Gesandte, Bringer froher Botschaften und Warner, so dass die Menschen keinen Klagegrund gegen Gott haben nach den Gesandten. Und Gott ist allmächtig, allweise. Doch Gott bezeugt durch das, was Er zu Dir hinabgesandt hat, dass Er es mit Seinem Wissen sandte; auch die Engel bezeugen es; und Gott genügt als Zeuge. Die aber ungläubig sind und abwendig machen von Gottes Weg, die sind fürwahr weit in die Irre gegangen.“[2]
 
Bis jetzt wurde klargestellt, dass wir an den Qur’an glauben müssen. Es ist offensichtlich, dass dieser Glaube eine allgemeine Pflicht darstellt und sich nicht auf eine Schicht, Gruppe, Zeit oder einen Ort beschränkt:
  
„Kann denn der, der einen deutlichen Beweis von seinem Herrn besitzt und dem ein Zeuge von Ihm folgen soll und dem das Buch Moses' vorausging, als Führung und Barmherzigkeit (ein Betrüger sein)? Sie werden an ihn glauben, und wer aus der Rotte (der Gegner) nicht an ihn glaubt, das Feuer soll sein verheißener Ort sein. Sei daher nicht im Zweifel darüber. Dies ist die Wahrheit von Deinem Herrn; doch die meisten Menschen glauben nicht.“[3]
 
Die wichtigste in diesem Vers enthaltene Botschaft ist die nachdrückliche Empfehlung und der Aufruf an alle Menschen zum Glauben an den Propheten (s.a.s.) und an den Qur’an. Zu den Dingen, die bezüglich des Qur’an und des Glaubens eine wichtige Rolle spielen könnten. gehört die Erkenntnis, dass der Glaube des Menschen an den Qur’an seinen Wert bestimmt. Ein Leben ohne den Glauben an den Qur’an gleicht nämlich dem Wandern durch die Nacht ohne Licht. Der Glaube an den Qur’an ist die Befolgung einer Anleitung zum Leben, und jede Vernachlässigung in jedem Aspekt der Beziehung zum Qur’an führt zu einem allmählichen Tod. Der Mensch mag scheinbar lebendig sein, doch es handelt sich hierbei nicht um das wahre Leben, es ist nicht einmal das menschliche Leben. So glauben wir, dass der Mensch seinen Wert durch den Glauben an den Qur’an erlangt, d. h., dass er dadurch seine Identität erlangt und diese dadurch erst erkennt. Dies wird in Vers 199 der Sure Àl-þImrÁn erwähnt:
 
„Und gewiss gibt es unter dem Volk der Schrift solche, die an Gott glauben und an das, was zu euch herabgesandt ward und was herabgesandt ward zu ihnen, sich demütigend vor Gott. Sie verkaufen Gottes Zeichen nicht gegen einen geringen Preis. Diese sind es, deren Lohn bei ihrem Herrn ist. Wahrlich, Gott ist schnell im Abrechnen.“[4]
 
Auch wenn eine Minderheit der Gläubigen in diesem Vers angesprochen wird, so kann diesem Vers doch die allgemeine Botschaft entnommen werden, dass sowohl „sie“ (die an die Schrift glauben und in diesem Vers direkt angesprochen werden), als auch alle anderen, die den göttlichen Ruf erhören und die Einladung Gottes zum Glauben an den Propheten (s.a.s.) annehmen, in Wirklichkeit ihren Wert erlangt haben, denn solange ein Mensch keinen Wert hat, hat er die Zuwendung, Liebe und Gnade Gottes nicht verdient. Wenn eine Person, eine Gruppe oder eine Gesellschaft mit Zuwendungen gesegnet wird, so liegt es daran, dass diese Person, Gruppe oder Gesellschaft diese Zuwendung wert war. Daraus kann man schließen, dass der Wert des Menschen von seinem Glauben an den Qur’an abhängt. Dabei sollte auch beachtet werden, dass der Glaube an den Qur’an erst dann als Wert erachtet werden kann, wenn er sich auf alle Lehren des Qur’an bezieht und nicht nur auf einen Teil davon, während der Rest ignoriert wird. Dem wird kein Wert zugeschrieben, vielmehr tadelt und rügt der Qur’an eine solche Person. In der Sure al-¼iºr lesen wir:
 
[5][6]ƒ 
„Und sprich: ‚Ich bin gewiss der aufklärende Warner’, weil Wir (die Strafe) herabsenden werden auf jene, die sich (gegen Dich) in Gruppen verbanden, die den Qur’an als lauter Lügen erklärten, darum, bei Deinem Herrn, wir werden sie sicherlich alle zur Rechenschaft ziehen um dessentwillen, was sie zu tun pflegten.“[7]
 
Der Qur’an rügt Unterschiedlichkeiten im Glauben und auch diejenigen, die dem Qur’an zwar einst ihren Glauben schenkten, sich später jedoch nicht mehr zu seinen Lehren verpflichteten. Dies wird im Vers 72 der Sure Àl-þImrÁn erwähnt und betont:
 
„Ein Teil vom Volk der Schrift sagt: ‚Glaubt in der ersten Hälfte des Tages an das, was den Gläubigen offenbart worden ist, und leugnet es später; vielleicht werden sie umkehren.;’“
 
Dieser Vers erwähnt hier diejenigen, die dem Islam schaden wollten, indem sie an einem Teil des Tages an den Qur’an glaubten und ihn am selben Tag wieder leugneten. Dies sollte die Gläubigen verunsichern. Was diese Menschen taten erachtet der Qur’an nicht als wahren Glauben, sondern als Intrige und Betrug gegen die Muslime. Abgesehen davon wird dadurch klar, dass der Qur’an einen solchen Glauben keineswegs anerkennt. Allein der Glaube ist etwas wert, der das ganze Leben lang und für alle Zeiten anhält. Wer glaubt, dass sich die Beweiskraft und Autorität des Qur’an nur auf eine gewisse Epoche der Zeit beschränkt, liegt falsch. Die Beweiskraft des Qur’an gilt in jedem Zeitalter und für jede Person, daher sollte an den Qur’an geglaubt werden. Und der Friede sei mit euch und die Gnade Gottes und Seine Segnungen.
 

[1] Sure al-QaÈaÈ, Vers 86.
[2] Sure an-NisÁ’, Verse 165-167.
[3] Sure HÚd, Vers 17.
[4] Sure Àl-þImrÁn, Vers 199.
[7] Sure al-¼iºr, Verse 89-93.

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