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Home :: Nachrichten :: Archiv :: 09.12.2008 - Ansprache zum Opferfest 1429 n. H.
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Ansprache zum Opferfest 1429 n. H.

 

Hojjatoleslam Dr. Seyyed Mohammad Nasser Taghavi

Stellvertretender Leiter des Islamischen Zentrums Hamburg

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen
 
Lobpreis gebührt Gott, dem Gepriesenen und Erhabenen, dem Herrn der Welten, und Sein Frieden und Segen seien auf unserem Propheten Mohammad (s.a.s.), seinen reinen Nachkommen und rechtschaffenen Gefährten.
 
Zum gesegneten Opferfest richten sich unsere Glückwünsche an alle geehrten Schwestern und Brüdern, und all jene, die die Nähe Gottes erstreben. Das Opferfest erinnert an ein großes historisches Ereignis in der Geschichte der Menschheit, ein Ereignis, das zum gemeinsamen Erbe der himmlischen und der abrahamitischen Religionen gehört, nämlich die Bereitschaft Abrahams (a.s.), auf seinen Sohn Ismael (a.s.) und damit auf sein Liebstes zu verzichten um Gottes willen. Das ist gleichbedeutend mit dem Verzicht auf sich selbst.
 
Opfern ist eine alte historische Tradition. Die Menschen waren immer um eine Verbindung zu einem heiligen mächtigen Wesen bemüht, wenngleich sie auf diesem Weg des Opferns oftmals vom rechten Weg abgewichen sind. Ebenso sind sie vom rechten Weg der Anbetung, die in der menschlichen Veranlagung tief verwurzelt ist, abgeirrt. Es war im Grunde die Hauptaufgabe Abrahams (a.s.), die Menschen vom Irrtum zur Wahrheit und zum rechten Weg zu bringen. Er wollte die Menschen davon abhalten, einen falschen Gott, Sonne, Mond oder Sterne anzubeten, und er sagte: 
 
„...’Ich liebe nicht die Untergehenden.’“ (Sure al-An’am, Vers 76).
 
Er sagte, dass er so etwas nicht als Gott annehmen kann, sondern:
 
 
„...Ich habe mein Angesicht zu Dem gewandt, Der die Himmel und die Erde schuf...“
 
Abraham (a.s.) hat seine Liebe zu Gott und seinen Glauben an den ewigen Schöpfer der Himmel und der Erde mit dieser göttlichen Prüfung bewiesen. Er war bereit, seinen geliebten Sohn Ismael (a.s.) für Gott zu opfern. Nachdem Abraham diese göttliche Prüfung erfolgreich bestanden hatte, wurde ihm von Gott ein Widder geschickt, und Gott sprach:
 
 „Und Wir lösten ihn durch ein großes Schlachttier aus. Und Wir bewahrten seinen Namen unter den künftigen Geschlechtern. Friede sei auf Abraham!“ (Sure as-Saffat, Verse 107-109).
Heute feiern wir im Gedenken an diesen vollkommenen Menschen, dessen Gefühle und Freiheit ihn diese wichtige und große Prüfung bestehen ließen. Die Tradition des Opferns für Gott hat seit dieser Zeit in den abrahamitischen Religionen eine besondere Bedeutung gefunden. So hat das Opfern auch in der jüdischen Religion einen speziellen Sinn und stellt eine Zeremonie dar, mit der Verzeihung erbeten, Sünden zugegeben und Dankbarkeit Gott gegenüber zum Ausdruck gebracht werden. Für die Gesundheit zu opfern oder auch das Opfern der „roten Kuh“ sind zwei Beispiele für das Opfern in der jüdischen Religion. Zwei jüdische Feste sind ebenfalls mit Opfern und Schlachten verbunden. Beim Passahfest opfern die Juden vor Sonnenaufgang ein Lamm und schmieren dessen Blut an die Haustür, um damit der Auswanderung aus Ägypten zu gedenken. Am Jom Kippur, dem Versöhnungstag, opfern die Juden als Zeichen ihrer Buße für begangene Sünden eine Ziege oder einen Vogel.
Im Christentum wird Jesus (a.s.) selbst als Buße für die Sünde der Menschen verstanden.
 
Auch im Islam hat das Opfer einen wichtigen Stellenwert. Das damit verbundene Hauptziel ist das Gottgedenken und die Nähe Gottes zu erlangen. Gott sagt im Heiligen Qur’an, dass das Verschwenden oder Verbrennen von Opferfleisch ein Zeichen der Undankbarkeit ist; deshalb darf man diese Gnade, die man mit göttlichen Gedanken und göttlicher Absicht opfert, nicht verschwenden, sondern dieses Fleisch soll dazu verwendet werden, bedürftige Menschen zu sättigen. Gott sagt, dass diese Tiere zur Verfügung gestellt wurden, damit die Menschen ihre Dankbarkeit zeigen können:
 
...so sprecht den Namen Allahs über sie aus, ... so haben wir sie euch dienstbar gemacht, auf dass ihr dankbar sein möget.“ (Sure al-Hajj, Vers 36).
 
Nach diesem Vers beschreiben die Worte Gottes die Philosophie des Opferns auf die schönste Art und Weise, nämlich die Frömmigkeit, Gottesfurcht und Reinheit der Absicht erreichen Gott, aber nicht das geopferte Fleisch und Blut.
 
 „Ihr Fleisch erreicht Allah nicht, noch tut es ihr Blut, sondern eure Ehrfurcht ist es, die Ihn erreicht...“ (Sure al-Hajj, Vers 37).
 
Wir hoffen, dass auch wir an diesem gesegneten Tag mit den Pilgern beim Haus Gottes mit Opfer und Gebet Gott näher kommen können und mit unserer Anwesenheit in diesem Gotteshaus und dem Verrichten des Festgebetes Gottes Nähe erlangen. Und Frieden sei mit euch und die Barmherzigkeit Gottes und Seine Segnungen.