Mittwoch 23. Mai 2012 (Hamburg)
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Laylatu-l-qadr - Die Nacht der Bestimmung und Todestag von Imam Ali (a.s.)

Die Nächte der Bestimmung zum 19., 21. und 23. Ramadan sind für jeden Muslim von ganz herausragender Bedeutung, denn in dieser Nacht wurde der Qur'an herabgesandt und werden alljährlich die Angelegenheiten der gesamten Welt bei Gott bestimmt und festgelegt. In dieser Nacht soll jeder gläubige Mensch sein Schicksal mit dem qur’anischen Geist der Glückseligkeit vergleichen. Er soll überdenken, was er im vergangenen Jahr getan hat und was er im kommenden Jahr tun muss, damit seine Gedanken, Handlungen und seine Moral von den göttlichen Gesetzen des Qur’an bestimmt werden. Wenn diese Nacht für den Gläubigen diese Bedeutung gewonnen hat, dann ist sie besser als 1000 Monate, die in Nachlässigkeit und Unwissenheit vergehen.
An den Vorabenden des 19. und 21. Ramadan wird ebenfalls der Verwundung bzw. des Todes von Imam Ali (a.s.) gedacht, und so haben sich auch in diesem Jahr wieder unzählige Muslime am 8., 10. und 12. September 2009 im Islamischen Zentrum Hamburg eingefunden. Insbesondere die große Zahl junger Teilnehmer, die die Zeremonien dieser Abende mit besonderem Enthusiasmus darbrachten, verliehen den Veranstaltungen eine ganz besondere Atmosphäre.

 
Bereits am frühen Abend wurden gemeinsam Qur’anverse und Bittgebete gelesen und in Trauergesängen der herausragenden Persönlichkeit Imam Alis gedacht. Nach dem gemeinsamen Fastenbrechen thematisierte der Leiter des IZH, Herr Ayatollah Dr. Ramezani, die Bedeutung der Nächte der Bestimmung und die damit verbundene Gelegenheit für die Gläubigen, die ihnen innewohnenden Fähigkeiten zu verbessern. In der Nacht der Bestimmung könne man gleichsam neu geboren werden, indem man das Buch seines eigenen Selbst durchblättert und studiert, führte Ayatollah Ramezani weiter aus. Er verglich den von Sünde beschmutzten Menschen mit einem Kranken, der für seine Heilung einen Arzt aufsuchen muss. Der sündige Mensch findet seine Heilung bei Gott, wie Imam Ali mit seinen Worten „O Herr, o Herr, Du bist der Heiler, und ich bin krank; wie könnte der Kranke einen anderen aufsuchen als den Arzt?“, in der Moschee von Kufa deutlich machte.

Dr. Ramezani fügte hinzu: Ein Teil dieser Nacht hat mit dem Menschen selbst zu tun. Er soll die zurückliegenden Fastentage bedenken. Hat er sich auf das einfache Fasten beschränkt, d. h. nichts zu sich genommen, oder hat er das besondere Fasten erreicht, also auch mit seiner Seele und seinem Verstand „gefastet“ und sein Herz allein auf Gott konzentriert? „Das Herz ist das Heiligtum des Herrn, und deshalb sollte man niemanden darin wohnen lassen außer Gott“ wurde überliefert, denn Gott hat gesagt, dass Er selbst, die Belohnung für das Fasten ist. Man muss sich die Bedeutung dieser besonderen Gelegenheit im Jahr vor Augen führen, erläuterte Ayatollah Ramezani, denn „wie manche Gnostiker und Mystiker festgestellt haben, ist der Mensch der Zeit unterworfen, und soll die Gelegenheiten nutzen, die sich ihm bieten. Gelegenheiten sind wie Schnee oder Eis, sie schmelzen dahin; die Zeit ist wie fließendes Wasser, sie wird niemals zurückkehren.“ Wie schnell sind fünfzig, sechzig oder siebzig Jahre vorüber, und dann findet derjenige, der die Dinge aufgeschoben hat, keine Gelegenheit mehr zur Umkehr. „Im Ramadan ist hier und jetzt der Tisch gedeckt mit allem, was man braucht: Gnade, Erbarmen, Liebe, Rettung vor dem Feuer, Paradies und die Nähe des Schöpfers, und es ist der Mensch mit dem geläuterten Selbst, der daraus Nutzen ziehen kann. In diesem Sinne ist auch die Überlieferung von Prophet Mose (a.s.) zu verstehen, in der er bat: Ich möchte mich Dir nähern. Gott antwortete darauf: ‚Mir nähern kann sich, wer die Nächte wacht.’ Moses sagte: ‚Ich erbitte Deine Gnade!’ Der Herr antwortete: ‚Meine Gnade erlangt, wer in der Nacht der Bestimmung den Bedürftigen Gnade erweist.’ Das Gespräch setzte sich wie folgt fort:

‚Ich erbitte die Erlaubnis, die Brücke (zum Paradies) zu überqueren!’
‚Die bekommt derjenige, der in der Nacht der Bestimmung spendet.’
‚Ich möchte die Bäume und Früchte des Paradieses!’
‚Die kann derjenige haben, der Mich in der Nacht der Bestimmung lobpreist.’
‚Ich möchte die Rettung vor dem Höllenfeuer!’
‚Die erfährt derjenige, der Mich in der Nacht der Bestimmung um Vergebung bittet.’
‚Ich möchte, dass Du mit mir zufrieden bist!’
‚Meine Zufriedenheit gilt demjenigen, der in der Nacht der Bestimmung zwei Gebetseineinheiten darbringt.’“