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Die dritte Konferenz der Imame und Multiplikatoren Europas in Wien

Diese Konferenz fand am 14. und 15. Mai 2010 in Wien statt und wurde von 140 Imamen und Multiplikatoren aus europäischen Städten besucht.
Zur Eröffnung dieser Konferenz begrüßte Herr Anas Schagfa im österreichischen Außenministerium die Gäste und hielt danach einen Vortrag, in dem er die Verpflichtung der Muslime zum Einhalten der Gesetze ihrer jeweiligen Aufenthaltsländer betonte und hinzufügte, dass die Gesetze dieser Länder mit einem islamischen Leben vereinbar sind und einander nicht ausschließen: „In der Verfassung wurde die Religionsfreiheit berücksichtigt, und wir finden zwischen den islamischen Anweisungen und den Regeln europäischer Länder keinen Widerspruch.“
Der nächste Redner der Konferenz war der österreichische Außenminister, Herr Michael Spindelegger. Er zählte in seinen Anführungen die Diskussion und Untersuchung von Themen wie die Stärkung der Rolle der Frauen in der Gesellschaft, Gewaltbekämpfung, Weiterbildung der Imame und Religionslehrer in öffentlichen Schulen und den interreligiösen und interkulturellen Dialog zu den Zielen dieser Konferenz.
Die Wiener Akademie wurde am zweiten Konferenztag zu einem „Haus des Orients“ und trug zum näheren Kennenlernen der islamischen und orientalischen Welt bei. Ayatollah Dr. Ramezani, der Leiter des Islamischen Zentrums Hamburg, hielt einen Vortrag zum Thema „Gewalt in Familie, Gesellschaft und internationalen Beziehungen und Möglichkeiten der Prävention“. Er verwies auf den Stellenwert des Menschen in allen monotheistischen Religionen und sagte: „Ohne richtige Erziehung ist die Entfaltung der dem Menschen innewohnenden Talente und Kapazitäten nicht möglich. Wohlergehen und Frieden von Individuum, Familie und Gesellschaft hängen von der korrekten Erziehung ab und können nur mithilfe der religiösen und göttlichen Lehren und Kenntnisse gewährleistet werden.“
Ayatollah Dr. Ramezani verwies auf manche Qur’anverse und \"\"Überlieferungen des hl. Propheten (s.a.s.) bezüglich Unterdrückung und Unrecht und sagte: „Die schlimmste Art des Unrechts ist die Unterdrückung der Schwachen, die außer Gott keine Hilfe und Unterstützung haben. Der Kampf gegen Unrecht und die Herstellung von Gerechtigkeit war en Pflichten aller göttlichen Propheten, die dies nachdrücklich verfolgten, weil sie damit die Grundlagen für individuelle, familiäre, gesellschaftliche und internationale Rechte legten. Noch mehr als die Einhaltung der gesellschaftlichen Rechte betonten sie das ethische Verhalten in der Gesellschaft und Familie, weil es ebenso das Ziel aller Propheten war, ethische Tugenden zu praktizieren.“
Der Leiter des islamischen Zentrums Hamburg betonte die Rolle der islamischen Zentren, Imame und Multiplikatoren bei der Bekämpfung von Gewalt in Familien, Gesellschaft und auf internationaler Ebene und rief die Regierungen und Politiker der Welt dazu auf, mit den Imamen und islamischen Zentren zu kooperieren und ihnen finanzielle und spirituelle Unterstützung im Kampf gegen Gewalt nicht zu verwehren. Ayatollah Ramezani führte in seinem Vortrag acht Aspekte aus, die sich weitgehend in der Schlusserklärung der Konferenz wiederfanden.
Darauf folgten die Vorträge einiger Universitätsprofessoren und Verantwortlicher kultureller Zentren wie z. B. von Herrn Prof. Mevlut Dedic, Rektor der Internationalen Universität im serbischen Novi Pazar, Frau Amena Shakir, Dozentin für Religionspädagogik, und Herrn Dr. Farid Hafez vom Institut für Rechtsphilosophie, Religions- und Kulturrecht an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien.
Am Nachmittag fanden acht Workshops zu folgenden Themenbereichen statt:
§         Muslimische Männer und Frauen in einer sich verändernden Gesellschaft.
§         Das Phänomen Gewalt – Prävention und Überwindung.
§         Muslimische Jugend in Europa – Perspektiven und Herausforderungen.
§         Impulse islamischer Wirtschaftsethik.
§         Umweltschutz als Verantwortung für die Schöpfung.
§         Imame-Ausbildung und islamischer Religionsunterricht in Europa.
§         Interreligiöser und interkultureller Dialog – Chancen und Herausforderungen.
§         Zukunftsperspektiven der MuslimInnen in Europa.\"\"
Die Teilnehmer dieser Workshops präsentierten nach mehrstündigem Diskurs und Meinungsaustausch ihre Erkenntnisse in einer Abendsitzung dem Plenum und Medienvertretern. Die Resultate der Workshops flossen auch in die Schlusserklärung der Konferenz ein, die von Herrn Anas Schagfa, Präsident der islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, beendet wurde.
Am 16. Mai fand in diesem Zusammenhang eine Pressekonferenz statt, an der Vertreter einiger wichtiger Einrichtungen, u. a. des Islamischen Zentrums Hamburg, teilnahmen. In dieser Konferenz wurden zuerst Ausschnitte der Schlusserklärung vorgetragen, die mit der Überlieferung von Imam Ali (a.s.) begann: „Richtiges Fragen ist die Hälfte der Wissenschaft, die andere Hälfte ist die Fähigkeit, zuzuhören.“ Herr Schagfa stellte die Beschlüsse und Empfehlungen der Konferenz vor, wonach die Teilnehmer der Konferenz die Fragen der Reporter und Journalisten beantworteten.