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Trauerfeier anlässlich des Todestages von Imam Khomeini (r.a.) im Islamischen Zentrum HamburgZum 21. Todestag der großartigen Quelle der Nachahmung, Großayatollah Imam Khomeini, wurde am 2. Juni 2010 ein Seminar zum Thema „Die ethischen und gnostischen Gedanken Imam Khomeinis“ im Islamischen Zentrum Hamburg veranstaltet.
Eine große Anzahl von Muslimen und Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Kultur nahmen an dieser besonderen Veranstaltung teil, in der verschiedene Vorträge über die charakteristischen und gnostischen Dimensionen Imam Khomeinis gehalten und simultan ins Arabische, Türkische und Deutsche übersetzt wurden.
Die Veranstaltung begann mit der Rezitation einiger Verse des Qur’an, wonach Hodschatoleslam Schah Abadi an das gnostische poetische Werk Imam Khomeinis erinnerte. Der erste Vortragende dieser Veranstaltung war Dr. Ahmad Aries von der Universität Bielefeld, der Imam Khomeini als eine großartige Quelle religiöser Nachahmung bezeichnete und hinzufügte: „In Europa und vor allem in Deutschland wurde Imam Khomeini lediglich als politische Person, als politischer Anführer betrachtet, obgleich er ein großer Religionswissenschaftler, eine Quelle der Nachahmung und aus Sicht der Schiiten die größte religionswissenschaftliche Kapazität war.“
Herr Kiaraschi berief sich anschließend auf Zitate und Theorien großer Denker bezüglich des Stellenwerts und der Gedankengänge Imam Khomeinis und beschrieb den spirituellen und gnostischen Aspekt seiner Persönlichkeit: „Die großen Wissenschaftler und Denker der islamischen Welt haben vieles über Imam Khomeini gesagt. Einige dieser Aussagen möchte ich hier erwähnen: ‚Er war ein göttlicher Mensch, und sein gesamtes Wirken galt Gott.‘ Ein anderer sagt: ‚Er war in seinem Mut und seiner seelischen Kraft ohne Gleichen, und er dachte global. Besteht Gottesdienst aus nichts anderem als dem Einsatz für Gottes Schöpfung, so war er einer der größten Gottesdiener der Geschichte.‘ Imam Khomeinis Glaube an Gott war unbeirrbar, und er brachte alles mit Gott in Verbindung. Er wusste, von wem er unterstützt wurde und hatte deswegen vor keiner Macht Angst außer vor Gott. Der Imam verrichtete bereits mit siebzehn Jahren das zusätzliche Nachtgebet und sprach in der Einsamkeit der Nacht mit Gott: Sein Denken und Wirken hatten einen göttlichen Duft, und die Kraft und Beständigkeit seines Weges und seiner Gedanken entsprangen den gnostischen und spirituellen Dimensionen seines Charakters.“
Hodschatoleslam-wal-moslemin Ezhei hielt einen kurzen Vortrag, in dem er Imam Khomeini Eigenschaften wie große seelische Kraft und Beständigkeit, und Werte wie Opferbereitschaft und Religiosität zuschrieb, die er auch unter dem Volk verbreitete.
Anschließend wies Ayatollah Dr. Ramezani, Imam und Leiter des Islamischen Zentrums Hamburg, auf die verschiedenen Aspekte des Charakters von Imam Khomeini hin und erachtete ihn als einen großen Gelehrten und Islamexperten: „Die Veränderung, die der Imam initiierte, setzte eine religiöse Strömung auf internationaler Ebene in Bewegung, die ihre Auswirkungen nicht nur in der islamischen Welt, sondern auch im Christentum und in anderen Religionen und auch in den großen Universitäten der Welt zeigte und die Aufmerksamkeit der Studien auf die verschiedenen Aspekte des Islams und anderer monotheistischen Religionen zog.“
„Imam Khomeini war in erster Linie ein Rechtsgelehrter und Islamexperte mit zeitgemäßen Kenntnissen, und in zweiter Linie ein Führer zu Gott. Er hatte stets aktuelle, konkrete und auf den Lehren des Islam basierende Antworten auf Zweifel und Kritik. Er war ein Weiser und ein Philosoph, und dank seiner philosophischen Kapazität und seines Verstands erlangte er die Wahrheiten und Feinheiten der Kenntnis über Gott, die Welt und den Menschen. Imam Khomeini war ein Mystiker, ein Gnostiker und mit Gott vereint. In diesem Sinne hatte er eine eigene Denkschule, und in seinen gnostischen und philosophischen Gedichten propagierte er diese Denkschule der Liebe zu Gott.“
Der Imam des Islamischen Zentrums Hamburg thematisierte die gnostischen poetischen Werke Imam Khomeinis und deren gnostische und literarische Dimension: „Eine Dimension seines Charakters waren seine literarischen Kenntnisse und Fähigkeiten. Er befasste sich nicht eingehender mit der Poesie, dichtete aber dennoch und sprach in seinen Gedichten von den Manifestationen der Liebe zu Gott. Er lehrte die Menschheit die wahre Bedeutung der Liebe zu Gott. Leider werden diese spirituellen und gnostischen Aspekte seines Charakters im Westen übersehen. Sein spiritueller und gnostischer Charakter, oder genauer gesagt seine Kenntnis und die Wahrheiten, die er erlangt hatte, werden kaum anerkannt oder studiert.“
„Der Imam war ein Beschützer der Menschenwürde und sah sich hierzu verpflichtet. Zu den Themen seiner Gedichte gehört die Liebe. Er war der Überzeugung, dass die gesamte Existenz von Liebe erfüllt ist und vermittelte dies auch in seinen poetischen Werken:
Was kann ich anderes sagen, als dass die Welt ein einziger Strahl der Liebe ist
Es gibt einen Mächtigen, der über das Universum und über die Zeit herrscht. Er schrieb auch:
Wir sind Stammgast der Schänke der Liebe
Seit Ewigkeiten sind wir von diesem Wein berauscht. Und hier ein weiterer Vers:
Die Liebe zum Geliebten ist seit eh und je im Herzen verwurzelt;
Diese Liebe kennt kein Ende, weil sie keinen Anfang kennt. Er war ein wahres Beispiel der Liebe und Zuneigung zu Gott und nahm auf diesem Weg auch alles in Kauf. Hafis sagte: Die Liebe schien Anfangs leicht, doch kamen später die Sorgen, und der Imam schrieb diesbezüglich:
Du sagtest, der Pfad der Liebe sei einer mit Gefahren
Ich bin ein Liebender, darum suche ich auch die Gefahr. Ein Gnostiker unternimmt vier Reisen. Zwei davon gelten seinem Selbst und seiner inneren Welt, und die anderen beiden gelten dem Einsatz für die Anderen, deren Rechtleitung, Bezug zur Wahrheit und Würde.“
„Imam Khomeini war ein Liebender, der sich dem Einsatz für die Menschheit widmete, denn er betrachtete diesen Einsatz als Weg zum Geliebten. Er übermittelte allen die Ansicht, dass man Gott zu dienen und alle seine Taten auf Seine Zufriedenheit auszurichten hat, dass man die Menschheit in der Entsagung von Sünden unterstützen sollte. Die wichtigste Herausforderung für einen göttlichen Menschen besteht darin, die Menschen dazu zu bringen, den Pfad der Ethik, Spiritualität und Gerechtigkeit zu beschreiten und jegliche Art der Unterdrückung, Unrecht und Tyrannei zu untersagen.“
Der Imam und Leiter des Islamischen Zentrums Hamburg beendete seinen Vortrag mit den folgenden Versen von aus Imam Khomeinis poetischem Werk:
Ich will die Schmerzen, nicht die Heilung,
Ich will die Trauer, nicht den Trost. Liebend bin ich, Liebend und krank an Dir; Von dieser Krankheit will ich keine Genesung. Deine Grausamkeit nahm ich in Kauf Und will nicht, dass Du mich besser behandelst. Von Dir, Geliebter, ist Grausamkeit Treue, Und eine andere Treue will ich nicht. Der Sufi ahnt nichts, wenn mit dem Geliebten vereint Einen unklaren Sufi will ich nicht. Mein Gebet, meine Andacht gilt Dir
Sonst will ich keinen Gedanken, keine Andacht und kein Gebet.
Wohin ich mich auch wende, bist Du die Gebetsrichtung;
Andere, falsche Gebetsrichtungen will ich nicht. Jeder, den ich sehe, opfert sich für Dich; Ich opferte mich selbst, ich brauche kein Opfer. Dein Angesicht beleuchtet den Horizont, Du bist sichtbar, ich brauche Deine Spuren nicht. Die Veranstaltung endete nach einem Buffet mit dem Verrichten der Abend- und Nachtgebete mit dem Leiter des Islamischen Zentrums Hamburg als Vorbetenden.
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